Als nächstes stand nun das Champions League-Auswärtsspiel beim FC Valencia an. Einerseits zwar blöd, weil ich den Ground schon habe, andererseits aber okay, da Valencia ne geile Stadt ist, und das Estadio Mestalla ein überragendes Teil ist!
Was natürlich noch erfreulich hinzukam, war die Terminierung auf den 1.November (Feiertag). So wurden Flüge ab Hahn gebucht, Montag hin, Mittwochabend zurück, was also zwei volle Tage und Nächte ergab. Auf dem Weg nach Hahn wurden noch zwei Mitstreiter in Karlsruhe aufgegabelt, zudem war Steffi mit im Gepäck.
In Hahn traf man dann auf eine Vielzahl weiterer LEVs und man bestieg den Bayer-RyanAir-Bomber gen Süden.
In Valencia angekommen gings dann weiter mit der U-Bahn ins Zentrum, Steffi und ich hatten nen Doppelzimmer mit Dusche/WC auf dem Flur, für unschlagbare 30 Euro pro Nacht (also fürs ganze Zimmer), Hostels waren in nem ähnlichen preislichen Rahmen zu bekommen.
Zunächst ging es dann auf Essenssuche, und als dann Marius über Madrid und Bus nach Valencia auch eingetroffen war, suchte man den Rest der Meute. So konnte der Abend noch beim ein oder anderen Kaltgetränk ausklingen.
Am Dienstag stand dann zunächst einmal Sightseeing an, war Steffi doch das erste Mal in Valencia. Bei angenehmen 29 Grad (am 1.November!!!) ging es anschließend an den Strand wo auch schon einige bekannte Gesichter zu sehen waren.
Gegen 17 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zum Hotel, wechselten kurz die Klamotten, warfen Marius Rucksack in unser Zimmer und machten uns dann langsam auf den Weg zum abgesprochenen Treffpunkt und von dort dann zum Stadion.
Während Steffi und die anderen schon reinwollten, gingen Marius und ich noch eben in die Kneipe von Manolo, die direkt am Stadion lag. Dort traf ich dann auch gleich noch drei bekannte Gesichter. Nach einem kleinen 0,7 Liter-Bierchen machten schließlich auch wir uns auf den Weg zum Gästeblock, der eigentlich nur betreten werden kann, wenn man schwindelfrei ist…
Der Bayer stellte sich wieder einmal so was von dämlich an und kassierte bereits nach wenigen Sekunden das 0:1. Zwar konnte Stefan Kießling zwischenzeitlich ausgleichen, jedoch stand am Ende trotzdem mal wieder eine Niederlage (1:3).
Die Nacht wurde trotzdem zum Tage gemacht, und zwar zunächst in einem Pub mit gefühlten 1000 Fans von Manchester City, die am Folgetag beim FC Villareal spielten, anschließend noch in einer anderen Kneipe.
Am Mittwoch gings dann noch mal zum Sightseeing sowie an den Strand, am Abend dann wieder via Hahn nach Hause.
Am Donnerstag wurde dann aber sofort wieder der Rucksack gepackt, denn das versprochene Kommunionsgeschenk für die Kinder der Schwester stand an.
Die Jungs wurden zu Hause abgeholt und dann gings los Richtung Köln. Dort dann mit der anderen Schwester, deren Freund und den Kids ab ins Schokoladenmuseum, am Freitag ins Schwimmbad und auf den Dom, am Abend Steffi am Bahnhof abgeholt, die noch arbeiten musste und am Samstag dann als Highlight zum Spiel des SV Bayer gegen den HSV.
Nach ordentlicher Pyro-Show im Heimblock (war doch besser mit den Kids auf die gegengerade zu gehen) konnte man mal wieder eine 2:0-Führung nicht nach Hause bringen und musste sich mit einer Punkteteilung zufrieden geben…
Zurück gings dann wieder am Sonntag mit dem Auto.
Es folgte nun eine Länderspielpause, die mir aufgrund meines 30. Geburtstages geschenkt wurde und anschließend das Auswärtsspiel beim FCK, zu dem Steffi und ich von einem Kollegen (FCK-Fan) mitgenommen wurden. Spiel konnte mit 2:0 gewonnen werden.
Nur wenige Tage später stand dann das nächste europäische Highlight auf dem Plan, der FC Chelsea war zu Gast im Haberland-Stadion.
Nach einer eher durchwachsenen Halbzeit eins und einem 0:1-Rückstand, konnte die Partie aber noch sensationell gedreht werden, mit dem Siegtreffer durch Manuel Friedrich in der Schlussminute. Für solche Momente lohnt es sich einfach, für ein Spiel die 800 km auf sich zu nehmen und nur 3 Stunden zu schlafen!!! Zum Spiel gings diesmal mit dem Auto, mit Steffi und deren Cousin!
Das Jahresende nahte und aufgrund der Champions League-Auslosung, die sowohl Urlaubs-als auch kostensparend war, hatte ich noch reichlich zu verbrauchenden Resturlaub.
Nach kurzem Studium der Spielpläne entschied ich mich zu einer Tour nach England und Schottland. Die Planung sah zunächst wie folgt aus: Crystal Palace – FC Millwall am Samstag, für den Sonntag ein noch zu findender Kick, Montag dann nach Stoke, Dienstag nach Birmingham und Mittwoch Celtic Glasgow.
Während der genaueren Planungen wurden dann aber mal wieder die Spielpläne durcheinander geworfen, sodass am Ende der Plan so aussah: Samstag Crystal Palace, Sonntag Cray Wanderers, Montag Charlton Athletics, Dienstag FC Watford, Mittwoch Celtic, ein geiler Plan!!!
Gebucht wurde mit RyanAir ab Karlsruhe nach Stansted am Freitagabend, zurück am Donnerstag, zudem gabs von easyjet nen günstigen Flug von Stansted nach Glasgow und wieder zurück.
Die Tickets für die Spiele gabs problemlos über Internet, teils mit Hinterlegung, teils durch Gratisversand. Einzig für die Partie zwischen Crystal Palace und dem FC Millwall gab es keinen General Sale, weshalb ich per email anfragte und mit letzten Endes problemlos drei Tickets (für Tobi, Maria und mich) zurückgelegt wurden! Perfekt, ich sollte es also tatsächlich im dritten Anlauf schaffen, den Selhurst Park zu kreuzen!!!
Los gings also am Freitagabend, RyanAir brachte mich gewohnt sicher nach Stansted, wo ich mir auch zugleich eine der letzten freien Bänke sichern konnte und ins Reich der Träume fiel. Um 7 Uhr wurde dann der gebuchte Easybus geentert, der mich für 2 Pfund in rasanter Manier zur Bakerstreet brachte. Dort musste ich dann feststellen, dass mal wieder wie eigentlich jedes Wochenende einige Teile der Tube wegen Gleisarbeiten gesperrt waren, trotzdem schaffte ich es, über einige kleine Umwege mein gebuchtes Hostel am Hyde Park zu erreichen. Eingecheckt, Zimmer bzw. Bett im 14er-Dorm bezogen, Hostel ist jetzt nicht so der Knüller, aber drei Nächte für insgesamt 40 Pfund, da will ich mal nicht meckern.
Nun machte ich mich also auf den Weg in Richtung Selhurst Park. Zunächst fuhr ich zum Harrods, um mich dort mit Tobi und Maria zu treffen, die schon einige Tage in London unterwegs waren, um den BVB bei Arsenal zu unterstützen. Anschließend gingen wir kurz zu deren Hotel und dann gleich weiter mit der Bahn nach Thornton Heath. Ein kurzer Fußmarsch von 10 Minuten und dann standen wir auch schon vor dem Selhurst Park, einem meiner absoluten Lieblingsgrounds. Die hinterlegten Tickets waren sofort beschafft und nach einer kleinen Runde ums Stadion gingen wir dann auch rein. Der Selhurst Park verfügt über vier komplett unterschiedliche Tribünen, darunter die uralte Haupttribüne mit Giebeldach. Unsere Plätze befanden sich auf dem Holmesdale Stand, einer doppelstöckigen Hintertortribüne, die den rest der Anlage deutlich überragt.
Das Spiel war recht gut besucht, jedoch nicht ausverkauft, wohl auch aufgrund des nicht vorhandenen General Sale. Aus Millwall war ein ordentlicher Mob anwesend, der (komplett in schwarz gekleidet) auf der Gegengerade untergebracht war.
Stimmungstechnisch war phasenweise ordentlich was geboten, kein Vergleich zuu den großen Clubs in England, wie Arsenal, Chelsea, etc.
Leider fielen keine Tore, Crystal Palace vergab sogar einen Elfmeter, aber meine Freude, nun endlich mal im Selhurst Park gewesen zu sein, überwog trotzdem!
Nach dem Spiel fuhren wir wieder in die Innenstadt, und nach einer kleinen Shoppingtour ließen wir den Abend bei gutem und scharfem indischen Essen ausklingen. Ich verabschiedete mich danach von Tobi und Maria, die am nächsten Tag nach Hause flogen und fiel dann totmüde in mein Hostelbett.
Am nächsten Morgen wurde erstmal gepennt ohne vom Wecker geweckt zu werden, dann geduscht und nach einem kurzen Blick auf das angebotene Hostelfrühstück entschied ich mich, bei TESCO einen Sandwich als Frühstück zu kaufen.
Mit der Bahn ging es dann nach Bromley South, wo ich an der Hayes Lane das Spiel der Cray Wanderers gegen Hendon besuchte. Den recht happigen Eintrittspreis von 10 Pfund relativierte ich zumindest etwas, indem ich mich im Clubheim zu einem Bier einladen ließ (man hatte mich im Vorfeld quasi schon dazu eingeladen, nachdem ich eine Email geschickt und mein Kommen angekündigt hatte). Zudem durfte ich übers Handy das WLAN-Netz des Vereinsheims nutzen, eine nette Geste.
Leider endete auch das zweite Spiel der Tour torlos, dafür gabs aber danach im nahegelegenen Sports-Direct-laden eine Trainingshose für 7 Pfund!
Zurück in London dinierte ich in einem All-you-can-eat-Italiener hervorragend und schlug mir den Magen für 5,95 Pfund voll.
Sowohl der Montag als auch der Dienstag standen neben Fussball ganz im Zeichen von Shopping. So wechselten zwei Paar Schuhe, ein Poloshirt, sowie ein Shirt für Steffi den Besitzer, alles zusammen für etwas weniger als 60 Pfund.
Am Montagabend gings dann nach Charlton, wo der FC Huddersfield zu Gast bei Charlton Athletics FC war. Das Ticket hatte ich im Vorfeld bereits bestellt und wurde mir gratis zugeschickt. Da ich schon früh da war und die Stadionrunde schnell gemacht war, enterte ich ein Pub in dem schon einige Leute aus Huddersfield zu Gange waren. Ich genehmigte mir einen Cider und kam mit einem älteren Herrn ins Gespräch, der mir einiges über Huddersfield und den Fussballverein berichten konnte, eine Einladung zu einem Heimspiel steht nun auch.
Zwei Cider später trafen dann auch die Busse aus Huddersfield ein, in denen auch die beiden Söhne meines Freundes saßen, er selbst arbeitet mittlerweile südlich von London und sieht seine Söhne dann meist nur bei den Auswärtsspielen ihres Clubs.
Mein Platz im Stadion befand sich hinter dem Tor im Oberrang, direkt gegenüber des Gästeanhangs.
„The Valley“ ist ein ganz netter Ground, drei schöne Tribünen auf den beiden Längsseiten und hinter dem einen Tor, miteinander verbunden und mit geschlossenen Ecken, sowie einer freistehenden vierten Tribüne, auf der der Gästeanhang untergebracht ist.
Das Spiel endete 2:0 für Charlton, eine ewige Serie ohne Niederlage für Huddersfield endete, und ich sah meine ersten Tore der Tour. Stimmungstechnisch war richtig gut Betrieb, sowohl auf der Heim- als auch auf der Gästeseite.
Nach dem Spiel gings mit der Bahn zurück zum Hostel, kurzes Mahl in einem Schnellrestaurant, bisschen Internet, und ab in die Falle.
Am Dienstag entschied ich mich für ein schönes English Breakfast. Für 4,95 Pfund gab es Speck, Baked Beans, Rösti, Würstchen, Ei, Champignons, Tomate und Toast.
Gut gesättigt machte ich mich dann nach einem längeren Fussmarsch auf den Weg nach Watford, wo am Abend der FC Watford im Vicarage Road Stadium den Gast von Bristol City empfing. Da ich schon recht früh da war, schaute ich mir die Gegend noch etwas an, nahm einen Burger zu mir und vertilgte noch zwei Dosen Cider aus dem angrenzenden Supermarkt.
Im Ground angekommen, musste ich dann leider feststellen, dass die Giebeldachtribüne auf der Gegengerade dem Abrissbagger zum Opfer gefallen sein muss, es scheint also in Watford eine Art 0815-Ground zu entehen…Schade!
Die Partie endete, auch Dank miserabler Torwartleistung mit 2:2. Der Gästeanhang konnte phasenweise ganz gut überzeugen. Ich saß neben einem älteren Herrn mit dem ich ins Gespräch kam und der mich nach längerer Unterhaltung und meiner Erklärung, dass ich Fussballstadien sammle, fragte: „And what are you doing in Watford???
Nach dem Spiel ging es für mich dann ins Hostel, Gepäck abgeholt, dann mit Easybus nach Stansted, dort gepennt auf meiner angestammten Bank, und am Mittwochfrüh dann mit dem easyjet-Flieger ab nach Glasgow, wo mich typisch schottisches Regenwetter erwartete.
Ich gab meinen Rucksack in einem Hostel ab und machte anschließend Sightseeing, da mein letzter Besuch in Glasgow noch zu Zeiten des Urlaubs mit meinen Eltern war.
Am späten Nachmittag machte ich mich dann zu Fuß auf den Weg in Richtung Celtic Park, wo Celtic Glasgow in der Europa League den Gast von Athletico Madrid empfing.
Der Ground ist richtig richtig geil, drei zusammenhängende riesige Tribünen und eine recht kleine aber auch schicke Haupttribüne, die vom Rest des Stadions etwas überschattet wird. Bei richtigem Scheißwetter, der Wind peitschte den Regen in mein Gesicht, gewann Athletico mit 1:0.
Nach dem Spiel gings zum Hostel in dem ich meinen Rucksack deponiert hatte und schaute mir im TV noch die zweite Hälfte des Pokalspiels Manchester United gegen Crystal Palace an, welches Crystal Palace sensationellerweise gewinnen könnte! Mit dem Bus gings dann wieder an den Flughafen, dort wurde etwas gepennt, mit dem Flieger nach Stansted und von dort wieder zurück nach Karlsruhe.
Eine super Tour war zu Ende!!!
Im Dezember ging es für mich dann lediglich noch zu den Heimspielen gegen die Truppe von Dietmar Hopp und gegen den Club aus Nürnberg, konnte gegen die Söldnertruppe noch gewonnen werden, so blamierte man sich beim 0:3 gegen Nürnberg bis auf die Knochen.
Zwischen den beiden Spielen lag noch das Auswärtsspiel in der Königsklasse beim KRC Genk, zwar hatte ich den Ground schon, trotzdem war es eine nette Tour. Ich fuhr mit der Bahn nach LEV und von dort mit den anderen dann weiter mit dem Bus. Der Rückweg verlief ähnlich, nur eben mit Übernachtung beim Schwesterchen. Durch das Unentschieden fiel man in der Gruppe noch auf Platz zwei, wodurch zwar mein Traumlos Nikosia möglich gewesen wäre, uns jedoch natürlich das sichere Ausscheiden gegen den FC Barcelona bescherte…
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